Warum Früherkennung so wichtig ist
Prostatakrebs verursacht im frühen Stadium meist keine Beschwerden. Viele Männer bemerken daher lange nichts von einer möglichen Erkrankung.
Gerade deshalb spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle. Sie kann helfen, Veränderungen der Prostata frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit der ärztlichen Praxis zu entscheiden, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.
Die Früherkennung kann helfen,
- das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
- aggressive Tumoren frühzeitig zu erkennen.
- weniger gefährliche Veränderungen zunächst zu beobachten.
- Behandlungen möglichst schonend durchführen zu können.
- die Lebensqualität langfristig zu erhalten.
- die Sterblichkeitsrate zu senken.
Mehr Informationen darüber, wie Prostatakrebs entsteht und warum Symptome of erst spät auftreten, findest du auf unserer Seite Prostatakrebs vestehen.
Welche Untersuchungen gehören zur Früherkennung?
Die Früherkennung beginnt meist mit einem Gespräch in der hausärztlichen oder urologischen Praxis.
Typische Bestandteile können sein:
- Ein Gespräch über den allgemeinen Gesundheitszustand
- Ein Überblick über mögliche familiäre Vorbelastungen
- Die Untersuchung der äußeren Genitalien
- Eine Tastuntersuchung der Prostata
- Transrektale Ultraschalluntersuchung der Prostata (TRUSP) durch den Darm oder Ultraschall durch die Bauchdecke
- Die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut
- Sonstige bildgebende Untersuchungsmethoden wie Computertomographie (CT), Positronenemissionstomografie (PET) oder Magnetresonanztomographie (MRT) kommen eher im Verdachtsfall zu Tragen
- Die Biopsie ist letzten Endes die Diagnostik, welche die Diagnose Prostatakrebs bestätigen oder entkräften kann.
Welche Untersuchungen sinnvoll sind, wird individuell gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt entschieden.
Was viele nicht wissen
Die Tastuntersuchung wird nach aktueller Datenlage nicht mehr zur Früherkennung von Prostatakrebs empfohlen.
Auch die S3 Leitlinie Prostatakarzinom rät davon ab, sie als zentrale Methode zur Früherkennung einzusetzen. Studien - unter anderem die PROBASE Studie - zeigen, dass Prostatakrebs im frühen Stadium meist nicht zuverlässig ertastet werden kann.
Weder durch einen selbst noch durch eine Ärztin oder einen Arzt.
Gleichzeitig zeigt sich die Erkrankung häufig erst dann durch Beschwerden, wenn sie bereits fortgeschritten ist.
Also was tun? Die aktuelle Empfehlung der Fachgesellschaft ist: PSA-Wert Bestimmung durch Blutabnahme im Alter von 45-50 Jahren und danach mit dem Fachpersonal das persönliche Prostatakrebsrisiko sowie das weitere Vorgehen besprechen. Risikoadaptiert und auf den einzelnen Mann abgestimmt.
Mehr Einblicke dazu findest du auch in unserem Interview mit Prof. Dr. med. Peter Albers.
Der PSA-Test
Der PSA-Test misst das Prostata-spezifische Antigen (PSA) im Blut. Dieses Eiweiß wird in der Prostata gebildet.
Mit einer Blutabnahme kann festgestellt werden, wie hoch der PSA-Wert im Blut ist. Der Wert kann Hinweise auf Veränderungen der Prostata geben.
Wichtig: Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch Prostatakrebs.
Besonders aussagekräftig ist häufig nicht ein einzelner Wert, sonder die Entwicklung des PSA-Wertes über mehrere Jahre.
Die Bestimmung des PSA-Wertes muss von gesetzlich versicherten Männern aktuell noch selber gezahlt werden. Die Kosten liegen bei rund 25€.
Was den PSA-Wert beeinflussen kann.
Der PSA-Wert kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Ein erhöhter Wert bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt.
Diese Faktoren können den PSA-Wert erhöhen:
- Eine gutartige Vergrößerung der Prostata
- Eine Entzündung der Prostata
- Intensive körperliche Aktivität
- Längere Radtouren
- Sexuelle Aktivität kurz vor der Untersuchung
Dehalb kann es sinnvoll sein, solche Faktoren vor der Blutabnahme mit der ärztlichen Praxis zu besprechen.
Früherkennung bei familiärem Risiko
Wenn mehrere Männer in der Familie an Prostatakrebs erkrankt sind, kann eine führere ärztliche Beratung sinnvoll sein.
Besonders relevant sind Fälle, in denen:
- Vater oder Bruder betroffen sind.
- mehrere Fälle von Prostatakrebs in der Familie auftreten.
- die Erkrankung in jüngeren Jahren aufgetreten ist.
- Es gibt außerdem Hinweise, dass auch ein vermehrtes Vorkommen von Brustkrebs in der Familie auf eine familiäre Vorbelastung hindeuten kann
In solchen Situationen kann gemeinsam mit der ärztichen Praxis entschieden werden, ob ein früherer Beginn der Früherkennung sinnvoll ist.
Weiterführende Informationen zu diesem Spezialthema findest du über unsere Linkliste bei:
Mögliche Symptome im fortgeschrittenen Stadium von Prostatakrebs
Prostatakrebs verusacht im Anfangsstadium meist keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor eine kritische Größe überschritten, die Prostatakapsel durchbrochen oder bereits Metastasen in Lymphknoten oder Knochen gestreut hat, macht sich das in Symptomen bemerkbar. Ist der Prostatakrebs aus der Prostatakapsel ausgetreten, ist es nicht mehr möglich, den Krebs zu heilen.
Im fortgeschrittenen Stadium kann sich Prostatakrebs durch folgende Symptome bemerkbar machen:
- Probleme der Blasen- oder Darmentleerung
- Blut im Urin oder Sperma
- Weniger starke Erektion oder Impotenz
- Schmerzen beim Ejakulieren und verminderter Samenerguss
- „Ischias“-Schmerzen, Kreuzschmerzen, Beckenschmerzen
Wenn ein Verdachtsmoment entsteht
Wenn bei einer Untersuchung auffällige Werte festgestellt werden, folgen in der Regel weitere Untersuchungen zur Abklärung.
Wichtig ist dabei: Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch, dass Prostatakrebs vorliegt.
Mehr über Untersuchungen, Diagnose und Behandlung findest du im Bereich Diagnose Prostatakrebs.