Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs
Welche Behandlung ist die richtige?
Die Diagnose Prostatakrebs bringt viele Fragen mit sich. Vor allem aber, welche Behandlung ist die richtige für mich?
Wichtig ist: Es gibt nicht die eine Lösung. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel vom Stadium der Erkrankung, der Aggressivität des Tumors und der persönlichen Lebenssituation.
In vielen Fällen bleibt Zeit, sich zu informieren und gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine passende Entscheidung zu treffen.
Überblick der Behandlungsmethoden
Je nach individueller Situation kommen unterschiedliche Behandlungsformen in Frage.
Aktive Überwachung (Active Surveillance*)
Bei bestimmten, weniger aggressiven Tumoren kann es sinnvoll sein, zunächst keine direkte Behandlung durchzuführen.
Stattdessen wird die Erkrankung regelmäßig kontrolliert.
Ziel ist es, eine Behandlung nur dann einzuleiten, wenn sich der Tumor verändert.
* Die Active Surveillance ist keine klassische Therapie, sondern eine Behandlungsstrategie.
Operation (Radikale Prostatektomie)
Bei der sogenannten radikalen Prostatektomie wird die Prostata operativ entfernt.
Diese Behandlung wird häufig eingesetzt, wenn der Tumor auf die Prostata begrenzt ist und eine vollständige Entfernung möglich erscheint.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie kann auf unterschiedliche Weise erfolgen:
Externe Bestrahlung (IMRT)
Die Bestrahlung erfolgt von außen durch die Haut und richtet sich gezielt auf das Tumorgewebe.
Brachytherapie
Hier wird die Strahlungsquelle direkt in der Prostata platziert.
Fokale Therapie (HIFU)
Bei der HIFU-Therapie werden hochintensive Ultraschallwellen eingesetzt, um Tumorgewebe gezielt zu zerstören.
Diese Methode gehört zu den sogenannten fokalen Therapien.
Informiere dich intensiv über die Vor- und Nachteile der oben beschriebenen Behandlungsmethoden, um persönlich abwägen zu können, ob mögliche Belastungen im Verhältnis zum individuellen Nutzen stehen.
Einige Informationen dazu sowie Erfahrungsberichte zu Nebenwirkungen kannst du unseren ExpertInnen Interviews entnehmen. Das Gespräch mit deinen behandelnden ÄrztInnen, kann dadurch aber nicht ersetzt werden, da zahlreiche individuelle Faktoren in eine Entscheidung einfließen sollten.
Auf unserer Linkliste findest du Zugang zu verschiedenen Organisationen und Fachzentren.
Mögliche Auswirkungen von Behandlungen
Behandlungen wie Operation, Bestrahlung oder medikamentöse Therapien können Nebenwirkungen mit sich bringen.
Diese sind individuell unterschiedlich und oft vorübergehend, können aber auch langfristig bestehen bleiben. Zu den häufisten möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Harninkontinenz oder Blasenschwäche
- Erektionsschwäche
- Hitzewallungen (z. B. bei Hormontherapie)
- Stuhlveränderungen oder Darmbeschwerden
Es ist Wichtig zu wissen, dass sich moderne Behandlungsverfahren stetig weiter entwickeln und zunehmend schonender werden.
Ein ausführliches Gespräch mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten hilft, Risiken individuell besser einzuordnen.
Studien - eine interessante Möglichkeit
Neben den klassischen Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch die Möglichkeit, an medizinischen Studien teilzunehmen. Ziel dieser Studien ist es, neue Behandlungsmethoden und Medikamente zu erforschen und bestehende Therapien weiter zu verbessern.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Studien:
Interventionelle Studien (klinische Studien)
Bei den interventionellen Studien werden ausgewählten Patienten Arzneimittel in einer genau bestimmten Dosierung oder Kombination zur Verfügung gestellt. Diese neue Art der Behandlung wird dann mit bestehenden Behandlungen abgeglichen. Hierbei wird ein exakt festgelegter Prüfplan abgearbeitet. Der Vorteil für Patienten liegt in einer engmaschigen und sehr umfangreichen Untersuchung und Betreuung. Gleichzeitig erhalten die Patienten Zugang zu Therapien, die dem allerneuesten Stand entsprechen.
Nicht-interventionelle Studien (NS)
Hier kommen Medikamente zum Einsatz, die bereits erprobt und auf dem Markt verfügbar sind. Bei diesen Studien sollen Ergebnisse schon abgeschlossener klinischer Studien bestätigt werden. Somit soll diese neue Therapierichtung dann in alle Behandlungen einfließen.
Teilnahme an Studien
Auch für Patienten mit Prostatakrebs besteht die Möglichkeit, an Studien teilzunehmen. Ob eine Teilnahme sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:
- Art und Stadium des Tumors
- Alter
- Allgemeiner Gesundheitszustand
Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sind hier die wichtigsten Ansprechpartner.
Wichtig zu wissen: Die Teilnahme an einer Studie ist immer freiwillig! Das Leitlinienprogramm der Deutschen Krebsgesellschaft legt ausdrücklich fest, dass Patienten, die nicht an einer Studie teilnehmen, qualitativ ebenso gut behandelt werden wie Studienteilnehmer.
Ob und welche Studien angeboten werden, kann man in unserer Linkliste erfahren, zum Beispiel bei: www.viomedo.de